13. Februar 1945: Würdiges Gedenken ist Auftrag
Es ist für uns und für mich selbstverständlich, die Erinnerung an das unvorstellbare Grauen des 13. Februar nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wenn Gedenkstunden oftmals etwas Routiniertes haben, ist der innere Blick oft noch wichtiger: einen Moment Zeit nehmen und einen Perspektivwechsel wagen.
Meißen ist eng mit dem Dresdner Schicksal verbunden. So berichten Chroniken, dass die Meißner in der Nacht des 13. Februar den brandroten Himmel über Dresden sahen. Kurz darauf rückten auch Feuerwehren aus Meißen, Radeburg, aber auch aus vielen anderen Städten aus, um den Dresdnern zu Hilfe zu eilen. Was jenen Mutigen auf der Fahrt nach Dresden durch den Kopf gegangen sein muss, ist heute kaum vorstellbar.
Doch auch nach dem Bombenangriff blieb das Leid natürlich nicht auf Dresden begrenzt: Am Hafendamm in Meißen wurden etliche Tote angeschwemmt. Ebenso wurden traumatisierte Flüchtlinge aus Dresden aufgenommen, versorgt und untergebracht.
Wird dieser Tage „Nie wieder“ im Munde geführt, darf man sich dem Gedanken nicht verwehren, dass Kriege meist von politischen Eliten begonnen werden – und Zivilisten dafür den Preis bezahlen. Das blendet eine einfache Erzählung von kollektiver Schuld oft aus.
Auch heute provozieren Regierungen, rasseln mit den Säbeln und nehmen in Kauf, dass der Zorn im Ernstfall ein Volk voller unbeteiligter Zivilisten treffen würde – und nicht nur die Verursacher.
Deshalb bleibt Erinnerung Verantwortung – und würdiges Gedenken ein Auftrag.
